Unicef Luxembourg

gemeinsam für kinder

Unterstützte KinderAlle im Sudan lebenden Mädchen und Frauen
Zeitspanne2012-2013

Eine sehr grausame und gefährliche Tradition für das Leben und die Gesundheit eines Mädchens

In 80% der Fälle bedeutet Beschneidung die komplette Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen. In einigen Regionen werden auβerdem die groβen Schamlippen beschnitten, sowie die beiden Seiten der Vulva zugenäht oder verengt, damit diese zusammenwachsen. Zurück bleibt nur noch eine kleine Öffnung für die Ausscheidung von Urin und Menstruationsblutungen. Im Erwachsenenalter müssen diese schwer misshandelten Frauen folglich bei jeder Geburt und vor jedem Geschlechtsverkehr buchstäblich wieder aufgeschnitten werden.

Drastische Konsequenzen

Die Folgen dieser Praktiken sind furchtbar: Die Beschneidung – häufig ohne Betäubung und unter wenig hygienischen Bedingungen vorgenommen – führt oftmals zu Infektionen, die chronische Beschwerden verursachen oder gar zum Tod führen können. Selbst wenn die Mädchen diese Tradition überleben, sind sie doch ihr ganzes Leben gezeichnet.

Die Situation im Sudan

UNICEF Luxemburg unterstützt derzeit ein Projekt mit dem Ziel der völligen Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung in der Republik Sudan. In diesem Land ist die grausame Praxis noch sehr stark verbreitet, mit einer Gesamtrate von 85,6 % an beschnittenen Mädchen und Frauen.

Die Ursachen – häufig ist es ein enormer sozialer Druck der Gemeinschaft

In „Mer Rouge” zum Beispiel, einem Bundesland im Osten des Landes, der hauptsächlich von den für ihren Konservatismus bekannten Beja-Stämmen bevölkert ist, werden die Frauen ausgegrenzt und haben kein Recht auf Teilhabe am öffentlichen Leben. Dort werden seit Jahrhunderten die extremsten Formen der Beschneidung praktiziert. Obwohl sich die generelle Einstellung gegenüber diesen Methoden stark gewandelt hat und trotz ihrer eigenen schmerzhaften Erfahrungen, überwiegt bei den Müttern dennoch die Angst, dass ihre Töchterohne Beschneidung niemals verheiratet oder sozial geachtet werden könnten. Dies ist ein eindrucksvoller Beleg, wie stark diese grausame Praxis in den Landessitten verankert ist.

Aufklärungsarbeit und Dialog – zwei unentbehrliche Mittel, um einen Mentalitätswandel herbeizuführen

Aufgrund der der kulturellen Unterdordnung der Frauen gilt es, nach Gesprächen mit den lokalen und religiösen Autoritäten jene Männer zu identifizieren, die bereit sind, das Schweigen über die weibliche Genitalverstümmelung zu brechen: Generell sind Überzeugung und Mobilisierung meist das Resultat von Diskussionen innerhalb der Gemeinschaft über Mädchen aus dem eigenen Umfeld, die ihre Beschneidung nicht überlebt haben, über Gesundheitsrisiken beschnittener Frauen bei der Geburt oder auch über Probleme in der Partnerschaft beim Sexualverkehr.

Die Multimedia-Initiative „Saleema” – ein Schlüsselinstrument im Kampf gegen die weibliche Beschneidung

„Saleema” ist ein arabisches Wort und bedeutet unversehrt, vollkommen, gottgeschaffen. Die „Saleema”-Botschaft wird im ganzen Land verbreitet und zwar durch Poster, Broschüren, Seminare, Musik- und Theateraufführungen, sowie durch Zeitungs- und Radiobeiträge. Durch „Saleema” wird eine neue soziale Norm geschaffen, nach der ein Mädchen bereits bei der Geburt als vollkommen zu betrachten ist. Somit gilt das unbeschnittene Mädchen als schön und vollwertig und kann auch ohne Beschneidung heiraten.

Die Unterstützung von UNICEF Luxemburg

Die Abschaffung der weiblichen Beschneidung erfordert viel Geduld und die ständige phyische Präsenz von UNICEF und seinen Partnern vor Ort. Oftmals bedarf es bis zu 18 Monate langer Sensibilisierungsbemühungen in einer Gemeinde, ehe die Menschen beginnen, den sozialen Zwang in Frage zu stellen.

Dies sind die wichtigsten Aktivitäten, die UNICEF im Sudan bereits umsetzen konnte und die ihre Unterstützung brauchen, um das Projekt in alle Regionen des Landes ausdehnen zu können:

  • 4 von 15 sudanesischen Bundesstaaten haben die Beschneidung von Frauen unter Strafe gestellt, unterstützt durch speziell für dieses Thema geschulte Richter und Polizeibeamte
  • 500 Gemeinden haben deren kollektive Abschaffung dank der „Saleema”-Initiative  beschlossen
  • Gemeindevermittler wurden entsprechend geschult
  • Jugendverbände nehmen an der Bewegung zur Abschaffung teil, indem sie Theatervorstellungen oder Wettbewerbe zwischen Schulen organisieren

 

Wie können Sie helfen?

Spenden per Überweisung:    

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Kontakt

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Tel.: 44 87 15
Email: contact@unicef.lu

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